Und auf einmal fällst Du aus…

vor bald 24 Jahren ging mein Vater morgens aus dem Haus, an den beiden vorangegangenen Tagen hatten wir noch Zwetschgen von den unzähligen Bäumen meiner Großeltern geerntet und uns schon auf Marmelade, Zwetschgenkuchen gefreut, der ein oder andere sicher auch auf den Selbstgebrannten meines Opas (ich war damals elf Jahre, mir hat der Kuchen völlig gereicht).

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An diesem Tag sollte ich zum letzten mal mit Ihm lachen, zum letzten mal mit Ihm gemeinsam Richtung Bushaltestelle laufen.

Kurz nach 14 Uhr es war viel später als sonst, klingelte das Telefon und meine Mutter nahm ab, sie wurde bleich setzte sich und sagte nur „Danke, ja ich mache mich fertig, vielen Dank!“

Dann stand Sie auf ging ins Schlafzimmer und packte eine Tasche, sie sagte nichts….

Wir liefen wie von Sinnen hinter ihr her, denn es war klar irgendetwas war passiert.

Unser Vater lag im Koma, im Wachkoma aus dem er nie wieder zurückkehren sollte. Und meine Schwester und mich zu Halbwaisen machte.

Das ist nun wie gesagt am 21.10. 24 Jahre her, das er starb und uns zurück ließ in dem was man Leben nennt. Nicht einmal sechs Monate später soll sich rausstellen, dass auch ich an dieser Genetischen Erkrankung Leide, einer sogenannten Bindegewebsschwäche, heute weiß man es handelt sich um SMAD3 und ist weniger lustig als der Name klingt. Doch geglaubt habe ich es bis in diesem Jahr eigentlich nie, doch in diesem Jahr wurde ich eines besseren belehrt, meine Aorta hatte eine sogenannte Dissektion Typ B und auf einmal war ich eben nistethoscope-1584223_1920cht die super starke Mama, sondern lag auf der Intensivstation.

Was macht man wenn man die Endlichkeit seines Lebens erfährt, wenn nicht die Rente der Punkt sein soll an dem man die Dinge die man verschoben hat erleben kann?

Wenn der Zeitpunkt auf einmal jetzt ist. Dies war auch einer der Gründe weswegen wir unbedingt New York noch einmal mit den Kindern erleben wollten und haben.

Jetzt kurz vor dem Todestag meines Vaters, liege nun ich im Krankenhaus und warte auf die erster meiner beiden Operationen und hoffe das die Menge an Speisen, die ich vorgekocht habe ausreichen und es den Kindern schmeckt. Sie und mein Mann alles hinbekommen ohne die „Chef Projektsteuerin“? Auf der anderen Seite warum eigentlich nicht? Sie sind so selbstständig und so tolle Kinder, mein Mann und ich leben in einer tatsächlich gleichberechtigten Ehe und wir können für einen gewissen Zeitraum den anderen ersetzen.

Dennoch stell e ich mit aktuell immer mehr die Frage ob wirklich alles gut werden wird, ob meine Kinder wirklich wissen wie sehr ich sie Liebe. Mein Mann weiß wie unglaublich froh und dankbar ich für die vergangenen zwanzig Jahre mit ihm bin.

Der Ausfall meines Vaters (ebenfalls ein Workaholic) war endgültig, ich hoffe sehr das es bei mir nur eine kurze Auszeit ist und ich nicht meine Familie so hängen lasse wie mein Vater uns.

 

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