Monate des Kampfs – zurück ins Leben

Ich wusste das es nicht einfach werden würde, ich hab es mir auch nicht einfach vorgestellt was da so auf mich zu kommt. Doch was jetzt kam, war weit weit weg von jeder Vorstellungskraft.

Mein Mann (der um Jahre gealtert ist) aber hier den Laden am Laufen hielt wie es vermutlich kein anderer ALLEINE geschafft hätte und unsere Kinder die sich bis zu letzt sehr tapfer geschlagen haben.

In solchen Situationen, solch tiefen Lebenseinschnitten merkst Du zum einen wer Deine Freunde sind, zum anderen auch was Du an Werten, an Erziehung erreicht hast. Bei allen Schmerzen, bei all der Belastung ist unsere Familie beinahe, nein, sie ist noch stärker geworden.

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Das alles Verhältnis mässig gut verlaufen ist und auch die Versorgung der Kinder, kommt tatsächlich auch dem Umstand zu Gute, dass die Kinder schon wahnsinnig Selbstständig sind durch unsere Doppelte Berufstätigkeit.

 

Zu Hause und doch irgendwie nicht da…

Zwischen den beiden Operationen nach Hause, Krafttanken, Familie“tanken“ so war der Plan, doch war es ein Guter?

Ich bin geschwächt wie noch nie zuvor in meinem Leben, aufstehen, laufen, liegen alles Kraftakte die nur schwer für Kinder nachvollziehbar sind. Denn bisher hat Mama alles geschafft, egal was es auch war. Und jetzt ist da ein Häuflein das nichts alleine kann das nicht einmal mehr ein Schatten Ihrer selbst ist und auch noch den Eindruck erweckt aufzugeben.

Aufgeben, dieses Wort gab es bis vor ein paar Wochen in unserer Familie nicht einmal, es war ein Wort das einem beinahe Hausarrest verschafft hat. Doch diese tiefe müssen auch gesehen und gelernt werden, wichtig ist dabei das man am Ende den Mut nicht verliert.

Ich bin unzufrieden mit mir mit meiner Genesungszeit, mit dem was ich helfen kann, was angeblich ein Erfolg ist. Doch meine Kinder sehen für wen ich kämpfe warum und wie wichtig sie mir alle sind. Sie sehen die kleinen Schritte die ich gehe und sprechen mir mit zu.

Und ich glaube sogar meinem Mann tut es gut zu sehen das ich mich anstrenge und auch das wir über die Kinder uns kurz austauschen können, Essenpläne machen, Einkaufszettel,…. !

Ich genieße diese zwei Wochen bevor ich den letzten alles entscheidenden Kampf aufnehme bevor dann mein Jahr kommt- 2017 wird mein Jahr und 2016 wird gelöscht- komplett!

Der schlimmste Tag im Leben einer Mutter….

Neun Jahr ist es nun her das ich ins Krankenhaus gelaufen bin mit meinem Mann und unser zweites kleines Wunder in Empfang nehmen durfte.

Seither gehen wir den Weg gemeinsam, kuscheln auf dem Sofa, streiten, vertragen, lernen stolz sein,…. !

Heute ist der Geburtstag meines Mittleren und ich bin nicht da, ich werde diesen Tag einfach nicht mit Ihm verbringen. Ich gehe diese ersten Schritte in sein neues Lebensjahr nicht mit.

Gerade wollte ich Dir schreiben, doch dann merkte ich, dass das nur etwas für mich gewesen wäre nicht für Dich, denn ich muss Dich nicht darauf stoßen das ich nicht da bin. Du hast Dich geprügelt – mein Sohn geprügelt, Du streitest Dich Du heulst, Du tobst und brichst Regeln, ich muss es Dir nicht sagen das ich nicht da bin!

Es ist meine verdammte Pflicht dafür sorge zu tragen das es in Deiner Kindheit der einzige bleibt an dem ich fehle.

Klar ist aber auch, das es so nicht weiter gehen kann wenn ich zurück nach Hause komme. Denn was bleibt am Ende, es sind nicht die süßen Erinnerungen an Überstunden oder Projekte, es sind diese Momente in denen man gemeinsam gelacht oder geheult hat, in denen man unbeschwert gemeinsam zusammen ist.

„Lass den Lärm anderer Leute Meinungen nicht deine eigene innere Stimme ertränken. Und am wichtigsten: Hab Mut, deinem Herzen und deiner Intuition zu folgen. Irgendwie wissen sie bereits, was du wirklich willst. Alles andere ist sekundär.“ (Steve Jobs) dieses Zitat soll mein neues Lebensfundament sein, gemischt mit ein bisschen Tim Bendzko Melancholie.

Eventuell wird dieser eine schlimme Tag aber den Startschuss geben für ein grundlegendes Umdenken, bis heute gab es in meinem Leben nie einen Abschnitt auf den ich negativ zurück schaue, aber wenn ich ehrlich bin und mir das letzte Jahr anschaue wird das in diesem Jahr eventuell nicht mehr so sein.

Was ein instabiler Brustkorb und ein neunter Geburtstag so alles auslösen können…..

 

 

 

Kindergeburtstag die große Herausforderung

Jetzt bin ich von Natur aus ein sehr kreativer Mensch und bastel seit je her mit meinen Kindern. Wir haben Specksteine schon bearbeitet (ja auch als das durchaus gefährlich war und nicht nur für den Tisch), meine Kinder kennen sich in Papieren und Materialien aus, können Kerzen ziehen und gießen- bei Seife ist die Mutter gescheitert usw.

Doch muss ein Kindergeburtstag ja nicht nur dem eignen gefallen, macht man ja schon bei seinem eignen Geburtstag nicht Peter ist kein Fleisch, Uschi hat eine Allergie auf buntes alles Mögliche. Doch der Kindergeburtstag hat etwas mit Status zu tun mit Aufmerksamkeit und Wertschätzung, ja und man mag darüber streiten, auch Klassen und gesellschaftliche Schichten.

Dieser 6. Geburtstag meines Sohnes stand unter dem Motto Meer und ein wenig Sesamstraße (aller Dings nur bei den Muffins)

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Der Geburtstag meines Jüngsten stand nicht nur einmal unter dem Motto wilde Tiere. Die Einladungen mussten zum Kuchen zum Thema passen und Mama, nicht kaufen, lauteten die Anforderungen meiner Kinder. Doch worauf zielte meine Anspielung mit den Werten, Klassen (Schichten bildungsfern/bildungsnah) ab? Wo wird gefeiert im Indoor Spielplatz (bei denen es einem die Sprache verschlägt wenn man die Preise liest), im Museum (mit geschulten Pädagogen) oder zu Hause. Langsam kommen auch Themenparks oder Zoos hinzu. Kino ist denke ich seit je her ein beliebter Klassiker.

Ich habe keinen Nervenzusammenbruch bekommen, aber die meisten habe ich zu Hause gefeiert unterm Strich teurer und aufwändiger als alles andere, aber deine Kinder sind so stolz auf dich und die anderen glauben eben dann tatsächlich, dass die Dinge von denen sie erzählen gelebte Praxis sind.

Der zu Hause Geburtstag

Letztes Jahr meine Tochter wurde dreizehn und Sie wollte zu Hause feiern, „Mama, du machst das immer so schön“, also was macht man mit einer Horde Mädels die im Großen und Ganzen aktuell nichts mit sich Anfangen kann.

Schmuck, es muss doch immer blinken und glitzern, dachte ich, ohne zu Recherchieren was das ganze Kostet und was man so an Zubehör benötigt (sollte man nicht tun), die Idee wurde mit Begeisterung aufgenommen. Gesagt getan saß ich mit dem bunten Hühnerhaufen am darauffolgenden Wochenende an einem Tisch und kreierte Bettelarmbänder, alles lief super bis eine ihr Handy raus zog, es klappte nicht so wie sie sich das vorgestellt hatte und ich half nicht schnell genug. Damit war ein Bruch entstanden, der sehr schwer wieder zu schließen war, aber am Ende sind alle mit ein bis drei Schmuckstücken nach Hause und hin und wieder seh ich auch ein Stück.

Ein etwas Geschlechtsneutrales Event waren alle, ja ich hab das bei allen Kindern schon gemacht und es ist immer wieder toll. Porzellanmalerei oder auch Glas. Ob das nun Spardosen sind oder ein Frühstücksset, alles wird mühsam und sorgfältig bemalt. „Also meinen bekommst zu so etwas gar nicht das kann ich Dir jetzt schon garantieren“, waren die die am längsten und intensivsten sich mit dem Thema beschäftigen wollten.

Holzbrettchen mit Brennkolben bearbeiten und auch Specksteine sind Dinge bei denen mindestens ein Erwachsener auf zwei Kinder kommt, sonst wird es einfach gefährlich.

Museums Geburtstag

jedes größere Museum oder auch Planetarium biete sie an die Themenbezogenen Kindergeburtstage. Ich bin selbst immer noch vom Jungen Schloss in Stuttgart hin und weg, eben aber auch so von den Staatlichen Museen Löwentor und Rosenstein.

Indoor Spielplatz

Ich erwähne ihn weil er eben auch der Formhalber dazu gehört er rangiert bei mir allerdings auf dem selben Niveau wie eine Ronald McDonald Party.

Ausgepowert sind die Kinder, aber ich habe noch keine Mutter gehört oder auch Vater bei dem nicht irgendetwas passiert ist.

Klassiker neu Entdeckt oder doch ganz klassisch Schnitzeljagd heißt jetzt Geocaching

Welche der beiden Varianten man auch wählt am Ende hat man völlig erschöpfte Krieger und Kriegerinnen. Die Vorbereitung bei der klassischen ist natürlich um ein vielfaches höher, aber auch sehr lohnenswert. Mir hat es immer sehr viel Freude bereitet.

Auf der Seite http://www.geocaching.de findet ma viel Sinnvolles und Nützliches was es Rund um das Thema und die Ausstattung zu wissen gibt.

Völlig Anders

Nun hatte ich ja schon von meinem Handy und Schmuck Abenteuer Teen Geburtstag geschrieben, also was in diesem Jahr machen, noch mehr Hormone. Tonstudio die singen doch eh immer und dauernd, da zog es mir dann aber doch die Schuhe aus, was also machen?

Jetzt kann man von GNTM und Heidi Klum halten was man möchte 12. Staffel kommt und die Mädels fahren voll drauf ab, also Fotostudio, ich bekomme die unendliche newsletter Fülle von Groupon zu spüren und habe dann dort den coolsten und gleichzeitig günstigsten Kinder-geburtstag aller Zeiten, hier muss man die Angebote genau vergleichen, aber alles in allem war das eine super Sache.

 

 

Digitale Transformation und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Nun hatte ich eigentlich vorgehabt die „Ausfallzeit“ zu nutzen um zum einen wieder auf die Beine zu kommen zum anderen aber auch ein Buch zu schreiben.

Und dann passiert folgendes, das erste Buch das ich aufschlage von Cole Tim mit dem Titel „Digitale Transformation“ in der Einleitung „Warum klammern sich die Gewerkschaften an den Acht-Stunden-Tag statt beispielsweise Wochenarbeitszeitkonten zu unterstützen, wie es die fortschreitende Digitalisierung und neue Arbeitsmodelle zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie längst möglich ist?“

Auch die Frage die er stellt warum 70% aller Führungskräfte auf Anwesenheit drängen – ist eine elementare.

Ich gestehe, ich habe diesen Aspekt obwohl Mutter und Vollzeit arbeitende Führungskraft ich habe diese Punkte nicht einmal wirklich als solche gesehen.

Klar mach ich hier und da einen Tag von zu Hause etwas, bin produktiver und spare mir die Anfahrt. Der fachliche Austausch findet dann eben über Skype statt.

Meine Kollegen sitzen ohnehin weltweit und meiner Abteilung vertraue ich blind. Meine Kinder wissen auch was eine webco und eine telco sind und verhalten sich entsprechend.

Als ich das gerade lass dachte ich mir nur, wie konntest Du das all die Jahre so ignorieren, warum hast du hier nicht auch einmal einen Marker gesetzt?

Doch was bedeutet das jetzt auch in Betracht auf das Thema „War of Talents“ in eben diesem von McKinsey erstellten Papier kann man eben auch folgenden Punkt lesen, “

Durch intensivere Einbindung von Frauen ins Erwerbsleben ließe sich bis 2025 ein zusätz- liches Fachkräftepotenzial von bis zu 2,1 Mio. VZÄ heben.16 Interessant ist dies vor allem für Unternehmen, in denen die Teilzeitquote der beschäftigten Frauen sehr hoch ist. Die zentralen Ansatzpunkte sind familienorientierte Serviceleistungen, exible Arbeitszeitmo- delle, familienfreundliche Arbeitsorganisation sowie Netzwerke und Mentoringsysteme.“

Und auch hier kommt man auf neue Arbeitszeit Modelle, „Das Modell der Vertrauensarbeitszeit gibt den Angestellten die Freiheit zu entschei­den, zu welchem Zeitpunkt sie ihre Aufgaben erledigen – es zählt das Endprodukt und die zufriedenstellende Erfüllung der Aufgaben. Stunden werden nicht gezählt.

ƒ Arbeitszeitkonten ermöglichen eine individuelle und exible Gestaltung der Arbeits­ zeit, indem die Angestellten während eines festgesetzten Zeitraums Guthaben auf­ und abbauen. Jahreskonten können z.B. die Kinderbetreuung während der Schulferien sicherstellen, während Lebensarbeitszeitkonten längere Auszeiten ermöglichen (z.B. zur Verlängerung der Elternzeit).“

Ich kann also feststellen das meine beiden blogs tatsächlich mehr Anknüpfungspunkte haben als man im ersten Moment denkt. Und auch auf die Familiensituation und das strategische Vorgehen von Unternehmen geht McKinsey ein, „Familienfreundliche Arbeitsorganisation. Das Angebot von Betreuungsleistungen und flexiblen Arbeitszeitmodellen wird idealerweise ergänzt durch eine familiengerechte Ar­beitsorganisation, die die Bedeutung von Familienaufgaben anerkennt und den Bedürfnis-sen von Müttern und Vätern – aber auch von Personen mit einer Betreuungsverpfichtung gegenüber pflegebedürftigen Angehörigen – gerecht wird. Hierzu gehören beispielsweise die Möglichkeit, an einigen Tagen oder vollständig zu Hause zu arbeiten (Telearbeit), und die Bereitstellung von Eltern­Kind­Zimmern im Unternehmen.

Innere Stimme

„Lass den Lärm anderer Leute Meinungen nicht deine eigene innere Stimme ertränken. Und am wichtigsten: Hab Mut, deinem Herzen und deiner Intuition zu folgen. Irgendwie wissen sie bereits, was du wirklich willst. Alles andere ist sekundär.“ Steve Jobs

Steve Jobs war einer der Menschen den ich mit am meisten bewundere und dessen Ecken und Kanten mir Inspiration sind.

Als berufstätige Mutter zweifelst Du immer wieder an Dir, an der Entscheidung an Deinen Qualitäten und an dem was machbar ist. Muss das Haus blitzblank sein oder geht es in den Freizeitpark. Ist es in Ordnung wenn Du während dein Jüngster dir vorliest einschläfst?

Ich gebe in jedem Bereich 100% und ein bisschen mehr und dann muss man auf die Innere Stimme hören auf die Warnungen die man sich selbst gibt um nicht auf der Strecke sich selbst zu verlieren…..

Meine Kinder sind inzwischen so groß das Sie mir zwischendurch beinahe die besseren Ratgeber sind. Solange meine Kinder mir die Bestätigung geben das sie stolz auf mich sind, glaube ich auch meiner inneren Stimme auf dem richtigen Weg zu sein, egal was andere hinter meinem Rücken auch sagen mögen.

 

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In dieser und der kommenden Woche werden wieder Elternabende stattfinden und ich werde mich gegen sämtliche bitten Elternbeirat zu sein verwehren, drei mal um genau zu sein. Immerhin bin ich noch eine derer die zu diesen Veranstaltungen geht, obwohl Rabenmutter.

Ich weiß jetzt schon wie die Blicke aussehen werden wenn ich völlig abgehetzt in meinem Business-Outfit neben den Vollzeit Mamas sitze und diese Blicke genieße, „na wenigstens tut sie so als würden sie ihre Kinder interessieren:“

Oder ist das nur mein Gefühl- mein schlechtes Gewissen? Es wird von allem ein wenig dabei sein, einwenig oder doch mehr?

Zum einen ist es eine Form von Neid zum anderen ein Blick von Vorwurf, doch kann ich nicht einfach losbrüllen, ich bin schon zerrissen genug- Euch brauch ich dazu nicht….

Die einzige Frage die sich mir stellt ist, wird meine Tochter auch noch diese Zerrissenheit haben, wird meine Tochter diese Blicke auch noch ernten. Wie wird das Leben in zehn Jahren aussehen?

Meine innere Stimme ist im großen und ganzen mit mir Zufrieden, solange ich die anderen Stimme nicht durchdringen lasse, solange ich in meiner kleinen Welt bin, mit meiner Familie und meinen Freunden die diesen Lebensentwurf mit mir tragen können, wollen und akzeptieren.

 

Die Entscheidung

Wie wir die Entscheidung getroffen haben bzw. warum unser Leben so ist wie es ist. Wir haben eine Entscheidung getroffen auf Basis von Beobachtungen der nicht Einstellungen von Kommilitoninnen meines Mannes. So kam es dazu, dass ich meine Kinder wie hier schon beschrieben während des Studiums bekommen habe sollte die Vorbehalte von Arbeitgebern gegenüber potenziell schwanger werdenden Mitarbeiterinnen abbauen. Das Unternehmen Mütter nicht gern einstellen hatten wir nicht bedacht, ehrlich auch nicht in Erwägung gezogen. Einer meiner Chefs im Praktikum fand mich super, gab mir ein Zeugnis (Eins mit Sternchen) und sagte dann „Einstellen kann ich Sie nicht ich kann doch keine Mutter einstellen, sie gehören hier nicht her“, nach der zweiten Absage ließ ich meine Kinder und meinen Familienstand aus dem Zeugnis und siehe da ich bekam Vorstellungsgespräche und wurde auch eingestellt, bei zwei großen Unternehmen bekam ich absagen obwohl das Gespräch super war und wir eigentlich uns schon einig waren, leider erwähnte ich hier beim Verabschieden meine Kinder.

Wir haben unsere Entscheidung die Kinder so früh zu bekommen niemals bereut. Auch wenn ich gegen unendlich viele Vorbehalte kämpfen muss.

An der evangelischen Hochschule in Ludwigsburg gab es in meinem letzten Semester eine super Vorlesung „Frauen in Führungspositionen“ eben dieses Seminar besuchte ich, es nahmen ausschließlich weibliche Kommilitoninnen teil, natürlich und auch Vorgabe des Seminars. Was begegnete mir hier? Die Anzahl an Anfeindungen war bei 90%, was ich in einem solchen Seminar suche, ich hätte meine Entscheidung doch getroffen! Drei Kinder damit wäre ja wohl klar das der Abschluss das letzte wäre was ich erreichen würde. „Du möchtest doch nicht im Ernst tatsächlich arbeiten?!“ Dein Mann verdient doch, das hast Du doch nicht nötig.

Es waren genau die Kommilitoninnen die für Qual pay und Gleichberechtigung demonstrierten und sich „Einsetzten“. Sie meinten auch das eine habe mit dem anderen nichts zu tun…. Ach, ja.

 

Als ich jetzt nach fünf Jahren erfolg im Beruf und einer nicht ganz schlechten Karriere und meiner drei Kinder einen kleinen Zusammenbruch hatte, kontaktierte mich auch eine dieser netten Personen auf Facebook und schrieb mir, dass es Ihr „wahnsinnig Leid tut und Sie nun hofft das ich endlich auf den RICHTIGEN Weg zurück komme, den Weg zu meiner einzig richtigen Rolle, da ich ja nun einsehen müsste das beides nicht geht.“

Ich hab daraus nur gelernt das ich hier und da noch etwas verbessern muss und das Prioritäten wichtig sind, zum Beispiel das ich nicht immer mit der Bügelwäsche auf dem laufenden sein muss….

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Die Entscheidung die wir getroffen haben, stellen wir immer wieder einmal in Frage- wann wenn ein AuPair wieder flopt oder wir an den selben Tagen wichtige Geschäfts-termine haben und jeder versuchen muss einen Kompromiss einzugehen.

Aber unterm Strich ist die Entscheidung eine die es durchaus lohnt nachzuahmen 😉

Quality Time – so ein Quatsch oder doch der entscheidende Punkt

Ich wusste immer nicht was ich davon halten sollte, als ich jetzt nachschaute wie lange gibt es den Begriff schon staunte ich nicht schlecht, denn es gibt Ihn schon eine ganze Weile. „Den Begriff der Quality Time gibt es schon länger, als unser Bauchgefühl es uns glauben macht: Bereits 1972 entstand in den USA die Forderung nach dieser „hochwertigen Zeit“, die Berufstätige dem Partner und den Kindern widmen sollten, damit das Familienleben unter dem Job nicht leiden muss.

Was man auch immer von diesem Wort halten soll- Alibi oder nicht. Bei uns ist sie wichtig.

Als ich VWL studierte mit unserer Großen, holte ich sie immer aus der Krippe, nach der Vorlesung, dann gab es einen Obstteller und Zeit mit Mama, der Hausarbeit (Studium/klassischen Hausarbeit) sieht man nämlich nicht die Uhrzeit an in der man es gemacht hat.

Auch heute versuche ich so gut es geht, es ging während des Masters eher schlecht, wirkliche Zeit mit meinen Kindern und meinem Mann zu haben und zu genießen.

Abends wenn ich völlig kaputt nach Hause komme und eigentlich mir nur ein Bett wünsche, werde ich so liebevoll und begeistert begrüßt, dass der Wunsch nach dem Bett schnell in den Hintergrund rückt.

Wenn dann vor allem von meinen Söhnen kommt, kochen wir zusammen ist klar, schnell einen Salat machen und Reis, Nudeln, Fleisch etc. ist nicht. Gemeinsames Gemüse schnipseln und anbraten, erst einmal die Entscheidung was kochen wir, wird deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen und das Küche aufräumen erst recht.

Und es ist dann am Ende einfach immer nur schön, ja auch die Soßenflecken an meiner weißen Hochglanz Küche. Während des schneiden und rühren, braten, verquirlen werden die wichtigsten Ereignisse des Tages erzählt und ganz nebenbei, kann ich sagen das ich nur noch selten das Salz vergesse, denn meine Jungköche denken proaktiv mit.

Die beiden haben aber auch schon von beginn an ihre eigenen Küchenmesser und Frettchen gehabt. Die Kinderküchenmesser von WMF waren bei uns Jahre lang im dauen Einsatz inzwischen dürfen meine Kinder alle, alle Messer nutzen, denn auch hier können sie schon unterscheiden welches Messer für welche Zutat.

Meine Große macht aktuell nicht mehr so viel mit, wenn dann kocht sie für uns alle, was auch sehr schön ist da sie einfach mit ihren dreizehn Jahren schon sehr routiniert in der Küche ist.

Quality Time ist aber noch viel mehr….

meine Mutter war eine klassische Hausfrau und Mutter und ich kann behaupten sie hat nicht einmal ein Bruchteil dessen mit meiner Schwester und mir gemacht was ich mit meinen Kindern mache. Und ich mache dies nicht aus einem schlechten Gewissen heraus, ich bin wahnsinnig gern Mutter und ich arbeite ebenso gern. Alle drei Kinder habe ich bewusst bekommen und ich bin unendlich froh an diesen Wundern.

Jedes Kind hat verschiedene Interesse und ich versuche allen zu entsprechen, gemeinsam oder auch mit jedem allein. Malen, basteln, zeichnen, wandern, schwimmen, Fahrrad fahren, etc.

Aber auch die Zeit als Paar, fällt in diese Kategorie, denn wenn beide Arbeiten und man einen Schwung 😉 Kinder hat, dann kann es durchaus schnell einmal passieren, dass die Beziehung unter die Räder kommt.

Ein Abend einfach mal Essen gehen oder ins Kino klingt so banal und dann wenn man es dann einmal geschafft hat, überlegt man, wann war der letzte Besuch und stellt fest, ups auch schon wieder ein Jahr her.

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Ob der Name nun der Richtige ist, kann und will ich nicht beurteilen oder werten, für mich ist nur klar wenn man eine gute und intensive Bindung mit seinen Kindern haben möchte, seine Beziehung die „Goldene“ erreichen soll, braucht es das Bewusstsein das es nicht selbstverständlich ist einander zu haben.

…. und das berufsbegleitende Studium mit Kindern

Wie schon beschrieben hat das klassische Studium mit den dreien ganz toll geklappt, das berufsbegleitende Studium hat ebenfalls geklappt, war aber ein echter Kraftakt bei dem ich noch nicht sicher bin ob er das Wert war. Der Inhalt die Professoren es war alles perfekt von der Qualität höchst anspruchsvoll…. aber ich konnte es im laufe der zwei Jahre nicht mehr schätzen.

Im Laufe dieser zwei Jahre entwickelte sich auch meine berufliche Laufbahn rasant, die Belastung die Anforderungen stiegen von Semester zu Semester und von Karriereleitersprosse zu Karriereleitersprosse, diese Entwicklung verlief synchron und führte  zu Schlaflosigkeit, Bluthochdruck und Erschöpfungszuständen.

Meine Kinder unterstützenden mich ebenso wie mein Mann, wir hatten dennoch tolle Zeiten in den zwei Jahren. Von unseren Lerngruppen berichtete ich schon, diese Stunden in denen wir gemeinsam lernten waren für mich unglaublich kraftschöpfend und wertvoll. Was meine Kinder daraus gelernt haben, dass Erfolg und Leistung nicht vom Himmel fallen. Das wir gemeinsam Erfolge erreichen können und das gemeinsames Lernen positive Effekte hat.

Würde ich mit dem Wissen von heute die selbe Entscheidung treffen, wohl eher nicht.

Auch wenn ich auf mich und meine Familie unendlich stolz bin und wir uns den Master wirklich hart verdient haben. Mein Mann der diesen Wahnsinn mitgetragen hat, werde ich wohl irgendwann für die Heiligsprechung vorschlagen,  in dieser Zeit muss aber auch gesagt werden stand nicht nur einmal unsere Beziehung Spitz auf Knopf, denn es belastet schon sehr wenn man überhaupt keine Freizeit und gemeinsame Zeit mehr hat.